Der Apparat · Drei Modelle, bedienbar
Die Maschine läuft.
In Buch II und III stehen keine Illustrationen, sondern Rechenmodelle, die Marx von Hand durchrechnete — deshalb sind seine Zahlen so rund. Hier laufen sie. Die Startwerte sind seine Originaltabellen; die Testsuite dieser App beweist, dass die Maschine Marx' eigene Folgeperioden exakt reproduziert. Was du dann verstellst, ist dein Experiment — inklusive der Stellen, an denen das Modell seit 1896 unter Beschuss steht.
Modul 1 · Die Reproduktionsschemata
Bd. II, Kap. 21 →Abteilung I baut Produktionsmittel, Abteilung II Konsummittel. Auf Marx' Bahn (Akkumulationsquote ½) wächst alles im Gleichschritt — verstelle die Regler und sieh zu, wie die Proportionen kippen. Die Krise ist hier keine Programmierung, sondern Arithmetik.
Startzahlen: Marx' Originalbeispiele (einfach: Kap. 20, S. 387 ff.; erweitert: Kap. 21, S. 491 ff. der Erstausgabe). Die Fortrechnung über weitere Perioden ist redaktionell und folgt Marx' eigenem Verfahren — die Testsuite beweist Jahr 2 und 3 gegen seine Tabellen.
Modul 2 · Werte, Preise, Durchschnittsprofit
Bd. III, Kap. 9 →Fünf Kapitale von je 100, verschiedene Zusammensetzung, gleiche Mehrwertrate: Die Konkurrenz gleicht ihre ungleichen Wertprofitraten zum Durchschnitt aus — Werte verwandeln sich in Produktionspreise. Verstelle die Zusammensetzungen und sieh die Abweichungen wandern.
| Kapital | c | v | m | Wert | Wert-Rate | Prod.-Preis | Abweichung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 80 | 20 | 20 | 120 | 20 % | 122,0 | +2,0 | |
| 70 | 30 | 30 | 130 | 30 % | 122,0 | -8,0 | |
| 60 | 40 | 40 | 140 | 40 % | 122,0 | -18,0 | |
| 85 | 15 | 15 | 115 | 15 % | 122,0 | +7,0 | |
| 95 | 5 | 5 | 105 | 5 % | 122,0 | +17,0 | |
| Durchschnittsprofitrate: 22,0 % | 610 | 610,0 | Σ = 0 ✓ | ||||
Modul 3 · Der tendenzielle Fall der Profitrate
Bd. III, Kap. 13 →Steigt die organische Zusammensetzung c/v bei gegebener Mehrwertrate, fällt p = m′/(c/v + 1) — das „Gesetz als solches“. Kapitel 14 liefert die Gegenkräfte gleich mit: Schalte sie zu und sieh, wer gewinnt.
Die Fußnote der Redlichkeit: Okishio (1961)
Wählt ein Kapitalist eine Technik nur dann, wenn sie seine Stückkosten senkt, und bleibt der Reallohn konstant, dann steigt die Gleichgewichts-Profitrate — Beispielrechnung: alte Technik 53,8 %, neue kostensenkende Technik 66,7 %. Das Gesetz gilt also nicht mechanisch; der Streit läuft über die Annahmen (konstanter Reallohn, Gleichgewicht). Einordnung im Editorial.